Die Idee hinter WirSindMedien ist lebendig

Warum war es so lange still?

Lange herrschte auf der Webseite von WirSindMedien Funkstille. Dann war sie plötzlich nicht mehr erreichbar und wir können seitdem diejenigen nicht mehr erreichen, die sich bei uns als Unterstützer gemeldet haben. Wer die alte de-Domain aufruft, wird immer noch auf eine Webseite weitergeleitet, die inhaltlich in keinem Zusammenhang mit WirSindMedien steht. Viele werden sich zu Recht gefragt haben, was aus uns geworden ist.

Was war geschehen?

Dabei ist es uns genauso ergangen wie vielen Menschen in den hinter uns liegenden Jahren: Scheinbar stabile Verbindungen reißen plötzlich ab wie Überlandleitungen im Sturm und der Faden lässt sich trotz aller Bemühungen nicht wieder aufnehmen. Zurückgeblieben war in unserem Fall eine kleine, etwas ratlose Schar von Idealisten, von denen alle zunächst dafür sorgen mussten, Butter auf’s Brot zu bekommen.

Die ganze Geschichte

Im Herbst 2021 hatten wir unter dem Stichwort Bürgerfunk zusammengefunden. Daraus ist WirSindMedien entstanden. Alles geschah in der leisen Hoffnung, das eine oder andere gute Stück aus dem baufälligen Haus öffentlich-rechtlicher Rundfunk retten zu können. Da haben wir uns getäuscht: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht zu retten. Jeder kann das sehen. Die Täuschung bestand darin zu glauben, es ließe sich etwas Neues erschaffen, ohne bei Null anfangen zu müssen. Wir hatten sozusagen ein Pflänzchen gekauft, das in einer von einem Virus verseuchten BaumSchule aufgewachsen war. Das Virus heißt Geld. Deswegen musste unser Pflänzchen eingehen. Geblieben war uns ein Same: Das Gefühl, auf besondere Weise untereinander verbunden zu sein und diese Verbundenheit in die Welt tragen zu wollen. Diesen Samen haben wir uns bewahrt, um ihn im Frühling in einen fruchtbaren Boden zu setzen. Dies ist geschehen. Jetzt geht es darum, diesen Samen zu behüten, damit er sich entfalten kann und ein starker Baum aus ihm herauswächst.

Wie geht es weiter?

Dafür muss das Pflänzchen Wurzeln schlagen in Form von Medien, die lokal und regional gut verankert sind. Auf diese Weise werden wir die neue Webseite unter der neuen Domain wirsindmedien.org Schritt für Schritt mit Inhalt füllen. Zwei unserer Beiräte, Beate Strehlitz und Dieter Korbely, sind Vordenker für einen Rundfunk, der das macht, was die öffentlich-rechtlichen Sender schon länger nicht mehr machen. Zum Thema Zensur haben sie ein Meisterstück in BürgerJournalismus abgeliefert. Es bestätigt: Wenn der Fisch vom Kopf her stinkt, ist er nicht mehr genießbar. Am Ende dieses sehenswerten Interviews zeichnen Beate Strehlitz und Dieter Korbely ein Bild von dem, wo wir mit WirSindMedien hinwollen.

Unser Beirat

Bastian Barucker

Bastian Barucker ist Wildnispädagoge, Prozessbegleiter und Bürgerjournalist. Seit vielen Jahren widmet er sich der Frage, was sich in der Natur und aus der Natur für ein erfülltes und friedliches Leben im Einklang mit unserer Umwelt und uns selbst lernen lässt. Er hat unter anderem eine Wildnisschule gegründet und ist Autor des Buches „Auf der Spurensuche nach Natürlichkeit“. Als Bürgerjournalist hat er die mediale Berichterstattung in der Coronakrise von Beginn an kritisch begleitet und bereits 2020 zwei viel beachtete Online-Petitionen gestartet, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dazu zu bewegen, an prominenter Stelle eine Gesprächsrunde von Kritikern und Befürwortern der Corona-Maßnahmen zu senden.

Transparenzhinweis: Bastian Barucker ist Mitglied der Partei dieBasis.
Stand 12.03.2023

Wilhelm Domke-Schulz

Wilhelm Domke-Schulz ist Dokumentarfilmer. Nach dem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg arbeitete er zunächst als freier Dramaturg für Spiel- und Dokumentarfilm in Berlin, Potsdam und Leipzig. 1991 machte er sich als Produzent selbstständig und ist seitdem Inhaber und kreativer Kopf der domke-schulz-film, die sich dem unterhaltsamen, informativen Journalismus verschrieben hat. Er hat über siebzig Filme in Eigenregie produziert, vor allem Reportagen und Geschichtsdokumentationen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ARD, MDR, RBB, NDR, WDR) sowie preisgekrönte künstlerische Dokumentarfilme.

Transparenzhinweis: Wilhelm Domke-Schulz ist Mitglied im Filmverband Sachsen und der Gewerkschaft Verdi.
Stand: 12.03.2023

Dieter Korbely

Dieter Korbely ist Diplomingenieur und heute Rentner. Zuletzt hat er bei einem Automobilbauer als Projektingenieur für Steuerungstechnik gearbeitet. 2017 begann er, sich intensiv mit den Medien zu beschäftigen, schloss sich einer Leipziger Gruppe von Medienkritikern an und erarbeitete mit ihr ein Positionspapier zum Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und zum geplanten Medienstaatsvertrag. Danach beteiligte er sich an Buchprojekten zu diesem Thema und war Mitautor eines Zeitschriftenartikels zur Zukunft der Medien. In der Coronazeit hat er sich für die Wiederherstellung der Grundrechte eingesetzt und die Rolle der Medien in diesem Zusammenhang analysiert. Um einem vergleichbaren zukünftigen Versagen entgegenzuwirken, engagiert er sich heute für eine neue Medienlandschaft.

Michael Meyen

Michael Meyen hat den Journalismus von der Pike auf gelernt – erst in einem Tagespresse-Volontariat, dann in einem universitären Trainingssystem und schließlich dort, wo heute Medienrealität entsteht. Das meint nicht nur Redaktionen, Rundfunkanstalten oder Verlage, sondern auch die Ausbildung. Michael Meyen war viele Jahre Lehrbeauftragter an der LMU München, ist seit über 20 Jahren dort Professor und Autor zahlreicher Bücher (Das Elend der Medien, Breaking News, Das Erbe sind wir, Die Propagandamatrix) und in den neuen Medien präsent (Rubikon, Apolut, Multipolar).
https://www.freie-medienakademie.de/portrait_michael

Maren Müller

Maren Müller hat eine handwerkliche und zwei kaufmännische Ausbildungen sowie ein BWL-Studium absolviert und ist aktuell in einem Bundesamt in Bonn als Sachbearbeiterin tätig. 2014 gründete sie mit einigen Mitstreitern den Verein „Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien“, deren Vorsitzende sie ist, und hält seitdem die öffentlich-rechtlichen Anstalten mit Programmbeschwerden, Kritiken und Anregungen auf Trab. Maren Müller ist Mitautorin und Herausgeberin verschiedener medienkritischer Bücher (Lügen die Medien?, Zwischen Feindbild und Wetterbericht, Das Ende des Informationsjournalismus) und betreibt den Blog sowie das umfangreiche Archiv der Publikumskonferenz.

Dirk Pohlmann

Dirk Pohlmann studierte Publizistik, Philosophie und Jura und hat als Drehbuchautor und Filmregisseur zahlreiche Dokumentationen für arte, ZDF, ARD und Spiegel-TV erstellt. Er schreibt zudem für zahlreiche Blogs, ist Berufspilot und ehemaliger Geschäftsführer der CargoLifter World. Er moderiert mit Robert Fleischer und Mathias Bröckers den Videokanal „Das 3. Jahrtausend“ mit zuletzt 113.000 Abonnenten. Er lebt in der Nähe von Berlin.

Beate Strehlitz

Beate Strehlitz ist promovierte Ingenieurin und war ‘89 in Leipzig für die Wende auf der Straße. Die Zeit danach war ausgefüllt mit Familie und der Arbeit als Wissenschaftlerin. 2015 stellte sich wieder Unzufriedenheit mit den Medien und dem Journalismus bei ihr ein, die zu einer jahrelangen intensiven Beschäftigung mit dem Thema führte. Mit Gleichgesinnten erarbeitete sie in verschiedenen Gruppierungen Analysen der Situation, Forderungen zur Einhaltung von Medienstaatsvertrag und Pressekodex sowie Vorschläge für eine zukunftsfähige Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin zu einer gemeinwohlorientierten Medien-Plattform. Die Texte wurden als Buchkapitel, Blogbeiträge oder Artikel veröffentlicht. Den Aufbau eines gemeinnützigen Bürgerrundfunks betrachtet sie als beispielgebend für den Aufbau einer tragfähigen vierten Säule der Demokratie.

Transparenzhinweis: Beate Strehlitz ist Mitglied im Verein Ständige Publikumskonferenz.
Stand 13.03.2023

Christoph Wonneberger

Christoph Wonneberger gehörte zu den Wegbereitern der Friedlichen Revolution. Stets streitbar, war er für vorsichtig lavierende Kirchenfunktionäre genauso unbequem wie für die SED und ihre Staatssicherheit, die ihn massiv unter Druck setzten. Zum Aufgeben zwingen konnten sie ihn nie. Als Pfarrer der Dresdner Weinbergskirche kämpfte er für die Einrichtung eines »Sozialen Friedensdienstes« und begründete die Tradition der Friedensgebete, die er in Leipzig zu politischen Veranstaltungen mit systemsprengender Kraft entwickelte.

Der gemeinnützige Rundfunk von morgen (Diskussionspapier)

„Und um nun positiv zu werden, das heißt, um das Positive am Rundfunk aufzustöbern, ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren. Deshalb sind alle Bestrebungen des Rundfunks, öffentlichen Angelegenheiten auch wirklich den Charakter der Öffentlichkeit zu verleihen, absolut positiv.“

Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat

Inhalt
1. Vorbemerkung
2. Auftrag des gemeinnützigen Rundfunk
3. Formen der Bürgerbeteiligung
4. Maßnahmen zur Qualitätssicherung
5. Organisationsstruktur
6. Medien- und Medienfinanzierungsgesetz

1. Vorbemerkung
Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er ist vielmehr der Versuch, Ideen, Vorschläge und Konzepte für den gemeinnützigen Rundfunk von morgen zusammenzuführen mit dem Ziel, theoretische Überlegungen, praktische Erfahrungen und visionäre Vorstellungen zu einem detaillierten Konzept zu verdichten. So sollen Leitlinien sichtbar werden, mit denen sich
einzelne Modellprojekte und der übergeordnete nationale Rahmen gleichermaßen entwickeln, gestalten und unterhalten lassen. Es geht darum, dieses Papier in einem offenen Diskurs mit allen Interessierten fortzuschreiben, die bereit sind, sich am Prinzip der Gewaltfreiheit zu orientieren. Der Inhalt verdankt sich aktuell im Wesentlichen den Vorschlägen des Medien- und
Kommunikationswissenschaftlers Professor Dr. Michael Meyen, des Leipziger Bürgerrats im Media Future Lab der Universität München und der Publikumskonferenz vertreten durch Maren Müller.

2. Auftrag des gemeinnützigen Rundfunk
Der gemeinnützige Rundfunk ist unserem Grundgesetz und dem Völkerrecht verpflichtet. Als vierte Säule der Demokratie vertritt er die Rechte der Bürger (Souverän) gegenüber der Exekutive, Legislative und Judikative. Er gewährleistet die individuelle Grundversorgung im Hinblick auf Information und Kommunikation und ist verantwortlich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, indem er die Vielfalt aller in ihr vertretenen Meinungen repräsentiert. Die bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte und Gruppen kommen angemessen zu Wort. Die Auffassungen von Minderheiten werden berücksichtigt. Die Vielfalt der Meinungen, Geschehnisse und Gegenstände kommt angemessen zum Ausdruck. Darüber hinaus hat der gemeinnützige Rundfunk für Transparenz und die freie Verfügbarkeit von Wissen zu sorgen, um der Konzentration
und dem Missbrauch von Macht vorzubeugen. Er ermöglicht den Bürgern die Nutzung der grundlegenden Funktionen des Internets auf der Basis offener Algorithmen und Quellcodes. Das beinhaltet eine eigene Suchmaschine, die Möglichkeit Ende zu Ende verschlüsselter Kommunikation per eMail und Chat, Blogs sowie Kommentar- und Bewertungsfunktionen. Mit seiner Arbeit setzt der gemeinnützige Rundfunk den Maßstab für höchste journalistische Qualität, indem journalistische und ethische Prinzipien eingehalten werden, wie Neutralität, Transparenz, Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit, Aktualität, Originalität und Komplexreduktion. Die journalistische Selbstkontrolle hat gemäß frei vereinbartem Pressekodex des deutschen Presserates, Artikel 1, die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit zum obersten Gebot.

3. Formen der Bürgerbeteiligung
Jeder Bürger ist berechtigt, die Angebote des gemeinnützigen Rundfunks (passiv) in Anspruch zu nehmen, indem er das Archiv, die Mediathek, die Suchmaschine, verschlüsselte eMail, den Chat und Text-, Audio-, Video- oder Streamingangebote nutzt. Gleichzeitig ist jeder Bürger aufgefordert, sich aktiv einzubringen, indem er kommentiert, bewertet, sich an Bürgerräten beteiligt (Basisdemokratie), Verbesserungsvorschläge einbringt oder sich zum Bürgerjournalisten weiterbildet. So kann sich jeder gleichzeitig für die Arbeit in einem Publikumsrat qualifizieren, der den gemeinnützigen Rundfunk kontrolliert und weiterentwickelt.

4. Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Der Publikumsrat kontrolliert fortwährend, ob der gemeinnützige Rundfunk seinen Auftrag erfüllt, und kann Verantwortliche entsprechend sanktionieren. Dabei beobachtet er die angebotenen Inhalte kritisch, überprüft die Haushaltsplanung und erörtert die medienpolitischen, medientechnischen und medienwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Senders. Außerdem wählt er den Intendanten und die Direktoren und überwacht deren Geschäftsführung. Der Publikumsrat wird bei seiner Arbeit durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat unterstützt, der gleichzeitig forschend tätig ist.

Der gemeinnützige Rundfunk ist frei von Werbung, arbeitet losgelöst von den Landesmedienanstalten, außer Konkurrenz zu den privaten Medien und publiziert unabhängig von Quoten und Reichweiten.

Feste Arbeitsverträge, eigene Statute und das Verbot von Outsourcing gewährleisten die Autonomie der Redaktionen.

Eine eigene Ombudsstelle bearbeitet als Vermittler zwischen Publikum und Redaktionen entsprechende Beschwerden und legt darüber jährlich öffentlich Rechenschaft ab.

Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen erhalten leichten Zugang zum Beruf des Journalisten über ein breit gefächertes, entsprechend angepasstes Aus- und Weiterbildungsangebot. Kommunikative Kompetenz und Dialogfähigkeit werden als mediale Kernkompetenzen besonders gefördert.

5. Organisationsstruktur
Ein nationaler Sender bietet rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche über eine Internet-Plattform internationale und nationale Informationen mit Landesfenstern (Grundversorgung – kein Sport, keine Musik. keine Unterhaltung [meint reine Unterhaltungsformate in Gestalt von Spiel-, Quiz- und Musikshows sowie fiktionale Spielfilme und Serien; unterhaltsame journalistische Darstellungsformen wie satirische Beiträge, ironische Kommentare, längere Gesprächsformate, gefällig produzierte Chroniken oder popkulturelle Retrospektiven, die Menschen spielerisch in ernsthafte Themen einführen, sind dagegen möglich]). Darüber hinausgehende Angebote, darunter auch die von kommerziellen Anbietern, können wahlweise etwa über sogenanntes Micro-Payment (Bezahlung in Kleinstbeträgen) bezogen bzw. genutzt werden.

Lokale Sender bieten über die gleiche Internet-Plattform Informationen auf Landkreisebene an (Grundversorgung – entspricht der oben für die nationale Ebene beschriebenen). Auch hier können darüber hinausgehende lokale Angebote – etwa die von kommerziellen Anbietern – wahlweise bezogen bzw. genutzt werden.

Ein Programmaustausch findet auf lokaler und nationaler Ebene sowie zwischen den Ebenen statt.

6. Medien- und Medienfinanzierungsgesetz
Die oben ausgeführten Punkte werden in einem eigenen, neuen Gesetz festgeschrieben, in dem darüber hinaus festzuhalten ist:

Aufsichtsgremien des gemeinnützigen Rundfunks sind ein nationaler und der jeweilige lokale Publikumsrat. Die Besetzung eines Publikumsrats ist auf nationaler bzw. lokaler Ebene öffentlich auszuschreiben. Die Mitglieder werden im Losverfahren (ähnlich wie Schöffen) oder durch Wahlen (ähnlich der Sozialwahl) bestimmt und müssen die erforderliche Medienkompetenz nachweisen. Es ist nur eine Wiederwahl möglich. Die Tätigkeit eines Publikumsrats ist mit einem angemessenen Zeitbudget zu versehen und zu honorieren. Die Publikumsräte werden durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Sie erhalten Rechte, die denen von Parlamentariern vergleichbar sind. Dazu gehören ein verbindliches Fragerecht und das Recht, einen Untersuchungsausschuss einzuberufen. Die Rechte der Publikumsräte sind gesetzlich einklagbar. Jeder Publikumsrat tagt öffentlich; die Beratungen werden live übertragen und ermöglichen dabei Rückfragen von Beobachtern. Außerdem sind die Publikumsräte verpflichtet, jährlich über ihre Arbeit öffentlich Rechenschaft abzulegen.

Die Grundversorgung finanziert sich aus zwei Euro pro Monat und Haushalt. Ein Euro fließt in den Haushalt des nationalen Senders (Budget von 480 Millionen Euro), ein Euro in den jeweiligen Lokalsender (Budget ab 600.000 € für kleinste Landkreise).

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